Bill Viola

KUNDE: Bill Viola Studio
30.06. – 09.11.2017

Das Guggenheim Bilbao ist unter den sieben internationalen Guggenheim-Museen das spektakulärste. Das berühmte dekonstruktivistische Bauwerk von Frank O. Gehry beherbergt die Ausstellung „Bill Viola: A Retrospective“, die einen thematischen und chronologischen Querschnitt des Schaffens eines der bedeutendsten bildenden Künstler unserer Zeit bietet. Die Retrospektive beginnt mit frühen Einkanal-Videobändern, darunter ikonische Werke wie „The Reflecting Pool“ (1977–79) und „Four Songs“ (1976), in denen bereits zentrale Themen des Werks Violas entwickelt wurden: die Zeit und ihre Dekonstruktion, die Erforschung der menschlichen Existenz und das Experimentieren mit der medientechnischen Manipulation von Bildern und Klängen. Bedeutende Arbeiten aus den 80er-, 90er- und 2000er-Jahren vollziehen die Entwicklung hin zu den großformatigen audiovisuellen Meisterwerken nach, mit denen Bill Viola zu Weltruhm gelangte und die im Guggenheim Bilbao ihre ganze Magie entfalten.

Seit 2007 obliegt 235 MEDIA die Bereitstellung und Installation der komplexen Medientechnik bei den großen Bill-Viola-Ausstellungen in Europa, wie etwa im Guggenheim Bilbao, im Palazzo Strozzi in Florenz, in den Deichtorhallen in Hamburg oder im Grand Palais in Paris.

Bill Viola

KUNDE: Bill Viola Studio
Juni 2017

Im Rahmen des Reformationsjubiläums 2017 präsentieren die Deichtorhallen Hamburg eine große Ausstellung mit Arbeiten von Bill Viola. Der amerikanische Künstler beschäftigt sich in seinen Werken sowohl mit eigenen als auch mit universellen Erfahrungen und thematisiert auf diese Weise seine emotionale und spirituelle Auseinandersetzung mit bedeutenden metaphysischen Themen wie Leben, Tod und Wandlung.

Die Schau zeigt 13 filmische Werke Violas, darunter monumentale, bis zu zehn Meter hohe Videoinstallationen, die die Architektur der abgedunkelten Halle für aktuelle Kunst der Deichtorhallen in eine Kathedrale des 21. Jahrhunderts verwandeln.

235 MEDIA übernahm die technische Planung, Realisation und lieferte die Video- und Audiotechnik. Für diese Ausstellung wurde von 235 MEDIA eine 5,6 Meter breite und 10 Meter hohe Leinwand als Sonderkonstruktion in sehr schlanker Bauweise entworfen und gebaut.

Fotos: Felix Krebs / Deichtorhallen
© Bill Viola Studio

Bill Viola

KUNDE: Bill Viola Studio
März 2017

Der in der Frührenaissance errichtete Palazzo Strozzi in Florenz beherbergt die neue Ausstellung des amerikanischen Medienkünstlers Bill Viola. Die Schau mit dem Titel „Electronic Renaissance“ zeigt einen Querschnitt seines Schaffens von den 1970er Jahren bis heute. In der Gegenüberstellung der überwiegend großformatigen Videoinstallationen und ausgesuchten Meisterwerken der italienischen Renaissancemalerei offenbart sich die bedeutende Rolle der Kunst des 15. und 16 Jahrhunderts als grundlegende Inspirationsquelle für Violas Arbeiten, die als Ikonen der Medienkunst gelten.

235 MEDIA übernahm die technische Planung, Realisation und Betreuung der Ausstellung, lieferte die Video- und Audiotechnik für 17 Installationen und realisierte den technischen Aufbau.

REMOTEWORDS.32

08. Juli 2016

Mit REMOTEWORDS.32 entsteht die inzwischen 32. Station des künstlerischen Langzeitprojekts REMOTEWORDS von Achim Mohné und Uta Kopp. REMOTEWORDS schreibt Kurznachrichten in großen Buchstaben auf Dächer, um diese über Navigations- und Satellitensysteme wie Google Earth zu verbreiten, die so „gehackt“ und für künstlerische Zwecke genutzt werden. Für die verschiedenen Standorte von REMOTEWORDS – zum Beispiel die Universität der Künste Berlin, das Kumu Art Museum Tallin oder das H3K, Haus für elektronische Künste Basel – werden stets individuelle Botschaften entwickelt.

Die nun auf dem Dach von 235 MEDIA in Köln angebrachten Worte wurden von dem Kölner Künstler Marcel Odenbach ausgesucht und sind einem Gedicht von Ingeborg Bachmann aus dem Jahr 1952 entlehnt. Für die Künstler steht der Wortlaut hier und heute für eine Relativierung der medialen Bilder, und plädiert für eine stetige Hinterfragung der vermeintlich „fotografischen Authentizität“.

Anlässlich der Eröffnung des Daches am 8. Juli 2016 flog eine funkgesteuerte CCTV-Drohne der befreundeten Filmproduktionsfirma TIMESCOPE films über das Dach des Showrooms und der Werkstätten von 235 MEDIA, um die Luftbilder in 4K Qualität zu übertragen und die Nachricht enthüllen.

Himmel oben, Himmel unten

KUNDE: Stadtverwaltung Düsseldorf
Februar 2016

Am 22. Februar fand die Eröffnung der sechs neuen U-Bahnhöfe der Wehrhahn-Linie in Düsseldorf statt. Dieses außergewöhnliche Projekt wurde nach 15-jähriger Zusammenarbeit von Architekten, Künstlern, Ingenieuren und der städtischen Verwaltung realisiert.

Die Bahnstation Benrather Straße mit dem Projektnamen „Himmel oben, Himmel unten“ wurde von dem Installationskünstler Thomas Stricker konzipiert. Die gesamte Zwischenebene von ca. 70 x 15 m bildet das Innere eines Raumschiffs nach. In die metallenen Wandoberflächen sind  sechs großformatige Videowände integriert, die einen  Blick in unsere Milchstraße auf Planeten und Gestirne bieten. Dabei bilden die sechs Animationen einen zusammenhängenden Film der so auf einander abgestimmt in den sechs Fenstern zu sehen ist, dass die Illusion einer Raumfahrt entsteht. So wird der Eindruck vermittelt, dass die gesamte Station durch das Weltall fliegt. Die Arbeit holt den Himmel in die Erde, vertauscht Oben und Unten und überträgt das Schwere in das Leichte. Die Weite des Universums wird in die Enge der Unterwelt übertragen. Die Architektur wird scheinbar mobil, wie ein Raumschiff unterwegs in unendliche Weiten.

235 MEDIA hat die Medientechnik konzipiert und die Zuspieltechnik integriert, sowie in Zusammenarbeit mit Thomas Stricker die Animationen realisiert.

Ausführliche Presseberichte von The New York Times und von der Süddeutschen Zeitung  sind unter diesen Links zu finden.

The New York Times

Süddeutsche Zeitung

PARTNER:
Künstlerische Konzeption und Realisation: Thomas Stricker
Architektur: netzwerkarchitekten, Darmstadt
Medienplanung, Filmproduktion: 235 MEDIA, Köln
Auftraggeber: Stadtverwaltung Düsseldorf
Fotos: Thomas Stricker

Forschungsprojekt

August 2015

Ab August 2015 ist im imai, intermedia art institut in Düsseldorf das Forschungsprojekt „Die Medienkunstagentur 235 MEDIA“ gestartet, das von der Kunst- und Medienwissenschaftlerin Dr. Jessica Nitsche unter Mitarbeit von Angelika Gwozdz realisiert wird. Als Förderer konnte die Gerda Henkel Stiftung gewonnen werden.

Das Forschungsprojekt hat zum Ziel, die Medienkunstagentur 235 MEDIA, die seit den frühen 1980er Jahren entscheidenden Einfluss auf die Entwicklung und internationale Verbreitung von Video- und Medienkunst hatte, erstmalig systematisch zu erforschen und medientheoretisch zu fundieren. Das imai bildet für dieses kunsthistorische Vorhaben den idealen Standort. Als die Stiftung im Jahr 2006 gegründet wurde, erhielt sie von 235 MEDIA das gesamte Archiv mit Video- und Medienkunst, Ausstellungsdokumentationen, und anderen audiovisuellen Formaten und zahlreichem unveröffentlichten Material aus 25 Jahren Medienkunstgeschichte.

Weitere Informationen zum Projekt und Forschungsteam: www.stiftung-imai.de

Gefördert durch Gerda Henkel Stiftung

Werner Herzog & Hercules Segers

KUNDE: Wallraf-Richartz-Museum
14. April bis 12. Juli 2015

Das Wallraff-Richartz-Museum präsentiert als erstes europäisches Museum die aufsehenerregende Videoinstallation „Hearsay of the Soul“ im Rahmen der Sonderausstellung „Werner Herzog & Hercules Segers – Seelenlandschaften“.

In dieser Arbeit reflektiert der seit 1995 in den USA lebende große deutsche Regisseur Werner Herzog sein ästhetisches Verhältnis zu den rätselhaften Landschaften des niederländischen Barockmalers Hercules Segers (1590–1638), der mit seinen experimentell anmutenden Radierungen unter Kunstkennern bis heute zu den originellsten und einflussreichsten Künstlern des Goldenen Zeitalters zählt, im Schatten Rembrandts jedoch nie die Aufmerksamkeit einer größeren Öffentlichkeit erringen konnte.

Werner Herzog, der in seinen Filmen oft selbst ekstatische Landschaftsbilder kreiert, schuf mit seiner Videoinstallation eine eigenwillige Reise in das visionäre grafische Werk Segers’, die 2012 auf der Whitney Biennale in New York bereits für Furore sorgte.

235 MEDIA hat die technische Beratung durchgeführt und war mit der Planung und Realisation der Installation in der Kölner Ausstellung betraut.

Bill Viola

KUNDE: Bill Viola
MÄRZ 2014

Das Grand Palais in Paris (Réunion des musées nationaux) präsentiert die bislang größte Einzelausstellung mit Werken des amerikanischen Medienkünstlers Bill Viola. Insgesamt werden 19 Arbeiten aus den Jahren 1977 bis heute ausgestellt. Neben einer Auswahl der berühmten „Moving Paintings“ werden zahlreiche großformatige Installationen aus der Zeit von 1977 bis heute gezeigt. Im Fokus von Violas Arbeiten liegen stets sowohl vertraute wie universelle Erfahrungen, durch die der Künstler seine emotionale und spirituelle Auseinandersetzung mit bedeutenden metaphysischen Themen wie Leben, Tod und Wandlung darstellt.

235 MEDIA hat die technische Planung und Betreuung der Ausstellung übernommen, wesentliche Bestandteile der Medientechnik geliefert und den technischen Aufbau und Abbau realisiert.

Die Ausstellung wurde von der Réunion des musées nationaux Grand Palais in Zusammenarbeit mit Bill Viola Studio organisiert.

Bill Viola

KUNDE: BILL VIOLA STUDIO
OKTOBER 2008 bis JUNI 2012

Bill Viola gilt international als einer der führenden Medienkünstler. Seine spektakulären Medienkunstinstallationen behandeln grundlegende Aspekte des Seins wie Leben und Tod sowie das Leben im Verhältnis zu energetischen Zuständen.

Vom 20. Oktober 2008 bis 6. Januar 2009 fand in Rom im Palazzo delle esposizioni die Einzelausstellung „visioni interiori“ statt. Es wurden 16 der bekanntesten Werke Bill Violas gezeigt, unter anderem die Installationen „The Crossing“, „Departing Angel“, „The Greeting“, „The Veiling“ und „Emergence“. 235 MEDIA übernahm die Gesamtbetreuung und realisierte die komplexe Medientechnik. Im Januar und Februar 2009 wurde in der Galerie Haunch of Venison in Berlin die Installation „The Messenger“ gezeigt, ebenfalls installiert und betreut von 235 MEDIA.

Vom 7. Februar 2009 bis 14. Juni 2009 wurde zudem in der Ausstellung „Drei. Das Triptychon in der Moderne“ im Kunstmuseum Stuttgart Bill Violas Installation „Nante’s Triptych“ ausgestellt. Auch hier übernahm 235 MEDIA die Realisation.

Es folgten 2012 die Ausstellungen „Water“ im Nordic Watercolor Museum in Skärhamn, Schweden, und „Reflections“ in der Villa Panza in Varese, Italien.

PARTNER:
Bill Viola Studio

Studio Azzurro – Der Schwimmer

KUNDE: NRW-FORUM DÜSSELDORF
2009

Die Installation „Der Schwimmer, Il Nuotatore (va troppo spesso ad Heidelberg) “ von Studio Azzuro gilt als Klassiker der internationalen Medienkunst.

Für die „Lange Nacht der Museen“ wurde die Installation auf der Fassade des NRW-Forums in Düsseldorf als 50 Meter lange und 4 Meter hohe Projektion von 235 MEDIA realisiert. Die Videoprojektion wurde auf zwölf Leinwänden realisiert, die vor der Fensterfront des NRW-Forums installiert wurden.

Im Jahr 2006 wurde die Arbeit von imai, inter media art institute, in Zusammenarbeit mit 235 MEDIA aufwendig restauriert.

Projektion Ruhr

KUNDE: M:AI – MUSEUM FÜR ARCHITEKTUR UND INGENIEURKUNST NRW
NOVEMBER 2008

„Projektion Ruhr“ wurde am 18. November 2008 in der „Cité de l´architecture et du patrimoine“ in Paris eröffnet und war bis zum 8. Februar 2009 zu sehen.

In Zusammenarbeit mit dem Lichtkünstler Mischa Kuball und im Auftrag des M:AI – Museum für Architektur und Ingenieurkunst NRW realisierte 235 MEDIA diese Ausstellung zum Strukturwandel des Ruhrgebiets seit der IBA Emscherpark.

12 bewegliche Videoprojektoren (VMS und Beamover) projizierten und bewegten Fotos, Texte und Videoausschnitte auf den Boden eines 50 x 7 Meter großen, leicht geschwungenen Raums. Jeweils drei Projektoren bilden dabei eine choreografische Einheit für eines der vier Hauptthemen: Industriekultur, Industrienatur, Kunst und Baukultur. So entsteht ein stetiger Bilderfluss zu einer Soundcollage von Thomas Klein (Kreidler), der durch übergeordnete Themen wie „Luftbilder“, „Menschen“ etc. eine dramaturgische Klammer erhält. Die Installation öffnet dem Besucher den Blick für den Prozess der Transformation im Ruhrgebiet und bietet einen atmosphärischen und emotionalen Zugang zum Thema.

Gary Hill

KUNDE: Fondation Cartier
SEPTEMBER 2007

Für die Installation „Frustrum“ lässt der Künstler von Cartier einen 12,5 kg schweren Goldbarren herstellen und in der Mitte eines 63 qm grossen Ölbeckens platzieren, in dem sich eine Videoproduktion spiegelt. Die Prägung des Goldbarrens „FOR EVERYTHING WHICH IS VISIBLE IS A COPY OF THAT WHICH IS HIDDEN“ verweist auf die Mehrdeutigkeit der verwendeten Objekte und Bilder. Die plakativen „Werte“, die „Frustrum“ zeigt, sind nicht nur symbolisch, sondern wirklich, mit allen schwierigen Implikationen, die dies für die Produktion und Ausstellung der Arbeit hat.

Mit „Frustrum“ kommentiert Hill vordergründig politische Machtsysteme, gleichzeitig hinterfragt er aber auch den Prozess der Kunstproduktion an sich und die aktuelle Entwicklung der Kunst als Kapital und Statussymbol der Macht, das auch jenseits des Ästhetischen Verwendung findet. Die Produktion und Ausstellung von Gary Hills Neuinstallationen wirft deshalb nicht zuletzt auch die Frage danach auf, ob Kunstproduktion außerhalb der Allianz von Kunst, Kapital und Macht heute noch möglich ist.

PARTNERS:
imai – inter media art institute
Fondation Cartier, Paris

Gary Hill

KUNDE: NRW-FORUM, DÜSSELDORF
SEPTEMBER 2007

In Düsseldorf wurden auf rund 1.200 qm die neuesten Arbeiten des amerikanischen Medienkünstlers Gary Hill präsentiert. 235 MEDIA übernahm die gesamte technische Konzeption und Realisation. Die Ausstellung zeigte fünf großformatige Installationen und ein umfangreiches Videoprogramm. Kern der Ausstellung waren Gary Hills Neuproduktionen „Frustrum“ und „Guilt“. Beide Installationen sind Koproduktionen der Stiftung imai – inter media art institute, Düsseldorf, und der Fondation Cartier pour l’art contemporain in Paris und waren erstmalig in Deutschland zu sehen.  Zudem wurden für die Ausstellung die Installationen „In Situ“ (1986/2007) und „Glass Onion“ (1983/2007) in einer von 235 MEDIA aufwendig restaurierten Fassung präsentiert.

PARTNER:
In Zusammenarbeit mit imai – inter media art institute, Düsseldorf
Fondation Cartier, Paris
NRW-Forum, Düsseldorf

Gründung der Stiftung imai

Juni 2006

Auf Initiative von 235 MEDIA und der Stadt Düsseldorf entstand die erste gemeinnützige Institution, die sich sowohl der zeitgemäßen Vermittlung, der Konservierung und Archivierung als auch der wissenschaftlichen Erschließung von Videokunst widmet.

Bereits seit den frühen 1980er Jahren hat 235 MEDIA ein umfangreiches Videokunstarchiv und eine internationale Vermittlungsstruktur aufgebaut. Durch das Engagement und die Förderung der Kunststiftung NRW sowie durch die Unterstützung der Kulturstiftung der Länder und der Kulturstiftung des Bundes wurden Archiv und Vermittlungsstruktur jetzt auf die gemeinnützige Stiftung imai – inter media art institute übertragen. Mitstifter sind neben der Stadt Düsseldorf und Ulrich Leistner / Axel Wirths, Gründer von 235 MEDIA, das NRW Forum Kultur und Wirtschaft und die stiftung museum kunst palast.

Für weitere Informationen und bei Anfragen zu Videokunst Arbeiten kontaktieren Sie bitte:
imai – inter media art institute
Ehrenhof 2
40479 Düsseldorf

+49(0)211/8998798
www.stiftung-imai.de
info@imaionline.de

Alle Sondereditionen sind weiterhin bei 235 MEDIA erhältlich.

PARTNER:
Stadt Düsseldorf, Kulturstiftung des Bundes, Kunststiftung NRW

Studio Azzurro – NEITHER

KUNDE: STAATSOPER STUTTGART
2004

Die italienische Künstlergruppe Studio Azzurro und die Staatsoper Stuttgart realisierten in enger Zusammenarbeit mit 235 MEDIA die Oper „Neither“ von Morton Feldman nach einem Text von Samuel Beckett. 235 MEDIA übernahm hierbei die technische Gesamtkoordination und Realisation.

Das gesamte Bühnenbild wird durch Videoprojektionen realisiert. Von Studio Azzurro produzierte Filme und Animationen entführen den Zuschauer in die Zwischen-Welt Samuel Becketts, dessen Gedicht „Neither“ das Libretto bildet.
Die detaillierte Planung und der präzise Einsatz von Projektions-, Steuerungs- und Zuspieltechnik waren hierbei von entscheidender Bedeutung.

Interaktives Buch

KUNDE: STIFTUNG KUNSTSAMMLUNG NORDRHEIN-WESTFALEN
DEZEMBER 2003

Für die Kunstsammlung NRW, K20, erarbeitete und realisierte 235 MEDIA die interaktive Version des Künstlerbuchs „der Strom dein Zügel“ von Gerhard Altenbourg.

Bisher bieten ausgestellte Bücher und Dokumente dem Besucher nur eine aufgeschlagene Doppelseite zur Ansicht. Mit dem interaktiven Buch wird nun das gesamte Exponat zugänglich. Der Besucher kann virtuell blättern, beliebige Seiten auswählen und sie vergrößern. Das interaktive Buch bietet so die Möglichkeit, wertvolle Bücher und Dokumente im Detail zu erkunden und zusätzliche Informationen zu vermitteln.

Die Ausstellung „Gerhard Altenbourg. Im Fluss der Zeit. Retrospektive“ wurde am 13.12.2003 eröffnet.

Art Cologne

KUNDE: koelnmesse
28. OKTOBER bis 2. NOVEMBER 2003

Über den Catwalk auf die Art Cologne Kirsten Geislers Virtual Beauty begrüsst die Besucher der Art Cologne

235 MEDIA zeigt in Zusammenarbeit mit der KölnMesse die Computeranimation „Catwalk“ als Installation auf dem Vordach des Haupteingangs. Weitere Arbeiten von Kirsten Geisler sind bei 235 MEDIA, Halle 1.1 Stand 28, zu sehen.

Eine nackte Schöne bewegt sich mit gekonntem Hüftschwung über einen Laufsteg auf den Besucher zu. Sie blickt ihm entgegen, dreht sich um und der Catwalk beginnt von vorn. Kirsten Geisler arbeitet mit virtuellen Kreationen. Sie nutzt die Möglichkeiten der digitalen Technik, um die künstliche Schönheit zu schaffen. Sie entwickelt Frauenköpfe, Virtual Beauties, die sie nach den Ergebnissen der Forschung über das menschliche Schönheitsempfinden am Computer entwirft. Obwohl Geislers „Beauties“ alle Kriterien des weiblichen Schönheitsideals zu erfüllen scheinen, sorgt die völlige Ausdruckslosigkeit ihrer ebenmäßigen Gesichter für nachhaltige Irritationen. Geislers Gegenüberstellung zeigt, dass die stereotype Darstellung der Frau bereits heute ein solches Maß an Künstlichkeit erreicht hat, dass die Grenzen zwischen realer und virtueller Welt zunehmend unbedeutend werden.

Kirsten Geisler hat hier zusammen mit einem Schönheitschirurg ganze Arbeit geleistet. Das Produkt aus der Retorte schwingt seine Hüften in gekonntem Gang dem Betrachter entgegen, der zwischen modisch anmutender Faszination der grazilen Verführung und ablehnender Haltung gegenüber so viel Cliché schwankt.

PARTNER:
In Zusammenarbeit mit koelnmesse

Studio Azzurro

KUNDE: AKTION MENSCH
2003

Ein Schiffbruch ist ein nicht ausgeführter Akt, weil das Schiff und seine Passagiere nach dem Auslaufen nicht an ihren Bestimmungshafen gelangen. Auch alle unsere alltäglich abgebrochenen Handlungen, besonders die vielen kleinen stockenden Gesten, sind Schiffbrüche. Schiffbrüche von Ideen, Absichten, Gefühlen.

Den Bestimmungshafen zu verlieren ist ein schmerzliches Ereignis. Im Wasser verloren, ist der Schiffbrüchige seinem eigenen Schicksal überlassen. Der Verlust des Hafens erfüllt uns mit einem Schmerz, der alle Bewegungen verhindert und jede körperliche und geistige Überlebensfähigkeit nimmt.

Aber nicht alle Schiffbrüchigen gehen spurlos unter. Viele hinterlassen Spuren. Psychoanalytisch oder mathematisch betrachtet sind es Reste, im literarischen Sinn Relikte, die uns umgeben und an die wir uns, schiffbrüchig geworden, klammern können. Schiffbrüchige klammern sich an Erfahrungen, schließen an Gesten der zuvor Gekenterten an. Ein ideales Floß, Tische, auf die man klettern kann, ermöglicht es, die Reise zu beenden, an den Bestimmungsort zu gelangen.

Die Reise ist ein Aufbruch zur Berührung, die Geste ein Streicheln, ein flüchtiger Affekt, dem Körper einer Person oder ihrer Seele gewidmet. Der Schiffbruch entsteht in der Unmöglichkeit, diese Geste auszuführen und den Impuls eines Gefühls zu Ende zu führen; die Flöße sind eine unerwartete Rettung, eine neue Möglichkeit, die Geste an ihren Bestimmungsort gelangen zu lassen.

Um diese Möglichkeit zu nutzen, ist es notwendig, wieder Vertrauen in die eigenen Sinne zu gewinnen, die Kraft und Zärtlichkeit des Tastens, die Rauheit oder Glätte von Oberflächen und Materialien und vielleicht auch von Körpern neu zu entdecken.

Mediamorphosen

5. bis 9. April 2003

Eine Retrospektive anlässlich des 20. Geburtstags von 235 MEDIA, Agentur, Vertrieb und Ausstellungsbüro für Medienkunst.

Die Kunst mit Video, die sich ursprünglich zwischen filmischem Experiment und bildender Kunst positionierte, hat längst den engen Rahmen des Bildschirms verlassen und ist raumgreifend geworden. Während die frühen linearen Videoarbeiten eng an die utopischen und gesellschaftskritischen Ambitionen der 60er und 70er Jahre geknüpft waren, spiegelt sich in der aktuellen Medienkunst verstärkt der Diskurs über die Evolution künstlicher Intelligenz und virtueller Welten. An der konstanten Weiterentwicklung von begehbaren interaktiven Medienräumen und digitalen Netzwerkinstallationen in den vergangenen zwei Jahrzehnten lässt sich die tiefgreifende Metamorphose der Medienkunst ablesen.

235 MEDIA hat diesen Prozess in den letzten 20 Jahren begleitet und mitgeprägt. Die 1982 in Köln gegründete Gesellschaft gibt anlässlich ihres zwanzigjährigen Bestehens einen Überblick über einige der wichtigsten Positionen der Medienkunst. Die Sonderausstellung, die vom 5. bis zum 9. April im Rahmen der KunstKöln auf etwa 250 m2 gezeigt wird, ist damit Porträt und Retrospektive zugleich.

Zu sehen und zu erleben sind unter anderem Installationen von Studio Azzurro, Doug Hall, Bill Seaman, Marcel Odenbach, Ulrike Rosenbach und Klaus vom Bruch. Anhand der Auswahl der Ausstellungsexponate lässt sich die Genese der Medienkunst nachvollziehen und werden wichtige Themenfelder dieses Diskurses berührt: Videokunst als Antigeste und politisches Statement, Inszenierung von Körperlichkeit, Konstruktion des Selbst, Interaktivität und Einbindung des Zuschauers in das Werk, Erweiterung in semantische und virtuelle Räume… Zusätzlich wird ein Programm mit ausgewählten historischen Videoarbeiten einen Einblick in die Wurzeln und Visionen videokünstlerischer Arbeit geben.

Unter anderem mit:
Studio Azzurro, Il Nuatatore & Der Schwimmer, 1984
Marcel Odenbach, Die Unwahrheit der Vernunft, 1978
Ulrike Rosenbach, Über den Tod, 1995
Doug Hall, The terrible uncertainty of the thing described, 1987-89
Bill Seaman, Hybrid Invention Generator, 2002
Klaus vom Bruch, Radar Zylinder, 1992
Kirsten Geisler, Cat Walk, 2002, & Touch Me, 1999

Und eine Auswahl von Videokunst-Arbeiten von 1578 bis 2003.

Bill Seaman

KUNDE: Bill Seaman
2001

Der genetische und nanotechnische Fortschritt, der heute erreicht wird, wird sowohl von Befürwortern als auch von Gegnern als beinahe unvermeidlich dargestellt, Der Computerspezialist Bill Joy charakterisiert die nanotechnische Entwicklung als “faustischen Handel” und glaubt, dass wir dabei sind, eine “Büchse der Pandora” zu öffnen. Der Forscher Ray Kurzweil gehört zu den großen Optimisten und prophezeit, dass der technische Fortschritt blitzartig voranschreiten wird und sagt die Verschmelzung von Mensch und Maschine voraus.

Der Traum von kleinen Robotern, die durch menschliche Arterien sausen, um Pathogene auf der Stelle zu zerstören, impliziert auch, dass Nanoroboter das menschliche Gehirn kopieren und nachvollziehen. Des Menschen Wunsch, den menschlichen Körper zu verbessern, ist so alt wie die Menschheit selbst. Die Technologie, mit der es möglich wäre, solch verlockende Visionen zu verwirklichen, existiert in groben Umrissen, allerdings lässt sich nicht abschätzen, welche Auswirkungen sie auf das menschliche Leben haben wird. Die aktuelle Debatte weckt Hoffnungen, zeigt drohende Gefahren auf und wirft die Frage auf, was es bedeutet, Mensch zu sein.

Auf der Grundlage des Hauptthemas der wissenschaftlichen Forschung, das so oft in Science-Fiction-Filmen- und Romanen behandelt wird und das bald Bestandteil unseres täglichen Labens sein könnte, wirft INVERSION einen Blick auf den möglichen Körper des 21. Jahrhunderts.

Bill Seamans und Regina van Berkels subtile Betrachtung der komplexen Beziehung zwischen Mensch und Maschine wurde in faszinierender Metaphorik in ihre Tanz-Performance-Installation übertragen. Choreographie und die Präsenz des Körpers stellen sowohl Kommentar als auch einen Kontrast zur Ästhetik und Ausdruckskraft der auf sie hereinbrechenden Medienbilder dar, unterstützt durch die Poesie von Musik und Tanz.

In Bill Seamans Arbeiten werden wir wiederholt mit seiner Sicht der menschlichen Bewegung konfrontiert. Er weist dem Betrachter eine aktive Rolle zu und ermöglicht es ihm, eine sinnliche Erfahrung zu machen.

PARTNER:
ZKM, Karlsruhe
Kunsthochschule für Medien, Köln

Vision Ruhr

KUNDE: STADT DORTMUND
2000

Das Ausstellungsprojekt vision.ruhr erschließt mit Medieninstallationen am Beispiel des Ruhrgebiets die Lebenswirklichkeit und den Wandel einer alten Industrieregion. 235 MEDIA betreute diese Ausstellung auf dem Gelände der Zeche Zollern II/IV in Dortmund von der Planung über die Konzeption bis zur Realisation.

Medieninstallationen, Skulpturen und Performances von weltweit renommierten Künstlern bilden den Mittelpunkt der Ausstellung, die durch ein Eventprogramm mit den Bereichen Musik, Film, Internet sowie museumspädagogischen Maßnahmen abgerundet wird.

Den Schwerpunkt von vision.ruhr bilden interaktive multimediale Arbeiten, in denen sich die Künstler, den vorgestellten Grundgedanken aufgreifend, mit der Region und deren strukturellen Wandel auseinandersetzen.

Doug Hall

KUNDE: Doug Hall
2000

Doug Halls Environment ermöglicht im Zusammenspiel mehrerer Medien ein komplexes Raumerlebnis. Der gesamte Ausstellungsraum wird in die Dramaturgie einbezogen, indem verschiedenste Einbauten aus Stahl ein komplexes Raumgefüge erzeugen und Wände als Projektionsmedium genutzt werden.

Inmitten des abgedunkelten Raumes erzeugen großflächige Videoprojektionen und sechs Videomonitore eine dramatische Szenario aus Stürmen, Feuer und Fluten. Den – virtuellen – gewaltigen, aber ungerichteten Energiepotentialen der Natur, die auf die Besucher der Installation als Videobilder mit den dazugehörigen Klängen einstürmen, steht als reales Installationselement ein Bogenblitzgenerator (Tesla-coil) gegenüber, der in bestimmten Intervallen gewaltige Blitzentladungen „live“ im Raum erzeugt.

Dough Halls Installation THE TERRIBLE UNCERTAINTY OF THE THING DESCRIBED bezieht ihren Namen aus Edmund Burkes »A Philosophical inquiry into the Origins of Our Ideas of the Sublime and Beautiful«. Hall greift die darin beschriebene Beziehung zwischen der Ehrfurcht vor den Naturgewalten und dem aufklärerischen Willen durch die Wissenschaft auf und setzt sie mit Hilfe der Videotechnik und diversen Stahlbauten in Szene. Beängstigend und faszinierend zugleich, liefert die Installation nicht nur eine Darstellung, sondern darüber hinaus eine Analyse der Transformation von Energie. Die in Form des künstlich erzeugten Bogenblitzes inszenierte Bändigung der mitunter zerstörerischen Naturkräfte scheint zwar gelungen, doch wird deutlich – gerade im Hinblick auf die jüngsten Nachrichten von Naturkatastrophen in aller Welt -, dass der Mensch mit all der ihm zur Verfügung stehenden Technik doch nur einen Bruchteil dieser gewaltigen Kräfte zu kanalisieren versteht.

Andres Bosshard

KUNDE: vision.ruhr, Dortmund
2000

Interaktive Klangarchitektur nach Plänen alter Sonnenuhren: Echokaskade zur Klangförderung von unterirdischen Vibrationen und deren optimale Zerstäubung in höhere Luftschichten.

Obwohl es schon seit Urzeiten Sonnenuhren aller Größen gibt, wurde der Versuch, eine Monduhr zu bauen in jüngerer Zeit nicht unternommen. Eine Monduhr ist eine unsichtbare Maschine. Ihre Wirkungen sind nur hörbar. Die lunaren Gezeitenkräfte wirken nicht nur auf die Meere, sondern auch auf die Gesteinsschichten. Tieftonvibrationen erklingen täglich in bestimmten ansteigenden und abfallenden Zyklen. Eine Klangmonduhr macht diese riesigen unterirdischen Klangwellen hörbar und fördert sie an die Oberfläche.

Unmittelbar über der Erdoberfläche sind, 25m voneinander entfernt, vier Klangsteine aufgebaut. Sie bilden das Klangfundament für eine bis in 20m Höhe steigende Echokaskade. Diese führt die Klangbewegung der Tieftonvibrationen eine Allee entlang weiter bis hoch über deren Baumwipfel hinaus. Sechs durchsichtige Schallwandler sind so in die Äste gehängt, dass bei jeder Windbewegung die Klänge optimal verweht werden können.

Die Luftschichten selbst sind natürlicherweise von riesigen Tieftonfeldern erfüllt, die wir aber nicht hören können. Eine Monduhr ist also ein Ort, wo verschiedene, sich berührende Raumschichten miteinander in Beziehung gesetzt werden, so als ob wir hörend aus dem Mondschatten die Nachtzeit ablesen könnten. Zugegebenermaßen ist ohne poetische Verzauberung tagsüber kein Mondlicht zu erspähen. Dafür sorgen aber die in der Allee kreisenden Klangfelder, die über vier Bewegungssensoren vom Besucher abgelenkt werden können.

Grahame Weinbren, Tunnel

KUNDE: Stadt Dortmund
2000

Über eine Treppe betritt der Besucher in der Maschinenhalle der Zeche Zollern II/IV einen 30 Meter langen, künstlichen Tunnel, der auf einem Ständerwerk frei im Raum steht. Der Tunnel, ein abstrahierter Kohle-Flöz, ist zickzackförmig angelegt, und im Inneren variiert seine Höhe zwischen zweieinhalb und vier Metern.

Abwechselnd dienen der Boden und die Decke des Tunnels als Projektionsflächen, auf denen, sobald man den dunklen Gang betritt, einerseits Kopf und Schultern, andererseits Füße und Beine eines Menschen auftauchen, der sich als „virtueller Begleiter“ in der gleichen Geschwindigkeit wie der Besucher durch den Gang bewegt. Dabei werden die Bilder auf transparente Flächen projiziert, die stets auch den Blick auf Teile der alten Maschinenanlage freigeben.

Mit der Bewegung durch den Tunnel ändert sich das Erscheinungsbild des Alter Egos: Ist dieser am Anfang des Weges im Stil der Jahrhundertwende gekleidet, wird seine Garderobe, je näher der Besucher dem Ende des Gangs kommt, immer moderner.

Auf dem Hintergrund der unveränderten alten Industrieanlage wird durch die äußerliche Veränderung des „virtuellen Begleiters“ der Wandel der Industriegesellschaft thematisiert. Der Gang durch den Tunnel wird zu einer Reise durch die Zeit.

Jeffrey Shaw

KUNDE: Kunst- und Ausstellungshalle der Bundesrepublik Deutschland
2000

Die für den Zeitraum vom 7.6 bis zum 20.7.1997 in der Kunst- und Ausstellungshalle der Bundesrepublik Deutschland ausgestellte Videoinstallation PLACE RUHR erweitert das klassische gemalte, fotografierte und cinematographische Panorama zu dreidimensionalen virtuellen Räumen.

Auf der Ausstellungsfläche wird ein kreisrunder Raum mit einem Durchmesser von 8,90m gebaut, dessen Wände als Projektionsmedium dienen. Die Besucher können in der Mitte dieser 260-Grad-Leinwand drei Videoprojektoren bedienen, die jeweils einen Teilausschnitt des Panoramas von 120 Grad projizieren.

Das Projektionssystem ist auf einer motorbetriebenen Plattform installiert; mit einfachen Bedienungselementen kontrollieren die Besucher die Richtung und die Tiefe der Kamerafahrten, um so in die Landschaft hinein – oder aber aus dem Panorama hinaus – zu zoomen. Die Projektionslandschaft besteht aus elf Panoramaansichten, die mit einer speziellen Panoramakamera aufgenommen und in einem computergenerierten System zusammengefasst wurden. Die verschiedenen Panoramen –für PLACE RUHR fotografiert an industriellen Landmarken des Ruhrgebiets–, sind als runde Objekte in einem virtuellen Datenraum dargestellt und können mit Hilfe der Kontrolleinheit einzeln angesteuert und wieder verlassen werden.

Auf der Innenseite der Zylinder sind Videosequenzen zu sehen, die der Thematik und dem Ort der Außenseite des jeweiligen Objektes entsprechen. Die Videosequenzen werden zu diesem Zweck an charakteristischen Orten produziert. Vorgesehen sind Aktionen mit unterschiedlichen Elementen –für die Installation PLACE RUHR in Dortmund waren es Feuer, Wasser, Rauch und Sequenzen mit verschiedenen Schauspielern: Kindern, Sportlern, etc. Jedem Zylinder wird ein symbolisches Live–Event zugeordnet, das mit der spezifischen Landmarke und der Position des Zylinders eng verknüpft ist.

An der Kontrolleinheit befindet sich zudem ein Mikrophon, mit dem die Besucher ein Computerprogramm steuern, das dreidimensionale Textfragmente in das Panorama projiziert.

Jill Scott

KUNDE: Zeche Zollern II/IV
2000

Jill Scotts große Rauminstallation besteht aus zwei interaktiven Sektionen. Die Künstlerin nutzt dabei die repräsentative Architektur der Steigerhalle der Zeche Zollern II/IV als Projektionsfläche für insgesamt sieben Videoprojektionen.

Die erste Sektion weist dem Betrachter eine Beobachterrolle zu, aus der heraus er die Möglichkeit hat, in eine Art Dialog mit sechs unterschiedlichen Personen – drei Männern und drei Frauen – zu treten, die einen repräsentativen Querschnitt durch die Industriearbeiterschaft des Ruhrgebiets vom Anfang des Jahrhunderts bis in die Gegenwart darstellen. Die sechs Charaktere sind fiktive Persönlichkeiten, die nach intensiven Archivstudien, Auswertungen mündlicher Überlieferungen und Interviews von Jill Scott kreiert wurden.

Die Personen arbeiten in unterschiedlichen Industriezweigen, allen gemeinsam ist jedoch eine reflektierte Sicht auf ihre Arbeits- und Lebenssituation. Der Besucher kann mit Hilfe von sechs elektronischen Schnittstellen – speziell konstruierte, mit Computersteuerungen ausgestattete Stühle – die Geschichten der sechs Personen individuell erkunden. Die Computersteuerung ermöglicht die Auswahl und Abfolge der Themen, über die die Charaktere berichten. Der Besucher wird, indem er alle sechs
Lebensgeschichten verfolgt, Zeuge der sich im Laufe der Zeit wandelnden industriellen Arbeitssituation, dies jedoch nicht durch die Vermittlung reiner Fakten und Zahlen, sondern durch intime Einblicke in das Leben der Arbeiter. Die Videobilder werden auf die Innenseiten der abgedunkelten großen Rundbogenfenster der Steigerhalle projiziert, so dass die Lebensgeschichten der Arbeiter mit der historischen Architektur der Zeche verschmelzen.

Die zweite Sektion von BEYOND HIERARCHY besteht aus einer Videoprojektion auf dem Fenster gegenüber dem Eingang der Steigerhalle und einem Interface, das von zwei Personen gleichzeitig bedient werden muss, um die Projektion zu starten. Dabei müssen sich die zwei Besucher durch die beiden Öffnungen des kastenförmigen Interfaces wie bei einem Handschlag – Metapher für Solidarität – die Hände reichen. Dadurch wird die Projektion von dokumentarischem („objektivem“) Filmmaterial ausgelöst, das Protest- und Solidaritätsaktionen der Arbeiterbewegung zeigt und das sich mit Bildern von – ebenfalls fiktiven – Arbeitern abwechselt, die das Gezeigte aus ihrer persönlichen Sicht dokumentieren.

Jill Scott nutzt die elektronischen Medien als Instrumentarium zur geschichtlichen Aufarbeitung, wobei sie dem Besucher durch die subjektive Berichterstattung der „Zeitzeugen“ eine Sichtweise bietet, die eine Identifikation mit der Geschichte auf einer sehr persönlichen Ebene ermöglicht.

Jim Campbell

KUNDE: Zeche Zollern II/IV
2000

Die Installation BALANCING ACT besteht aus einem dunklen rechteckigen Raum mit einem großen viereckigen Rückprojektions-Video-Bildschirm an einem und einem kleinen LCD Video Screen am anderen Ende. Auf dem Boden, neben dem großen Bildschirm und ihm zugewandt, steht ein mit einem Kabel ausgestatteter Walker. Davor, auf dem großen Bildschirm, gibt es ein sich veränderndes festes Lichtfeld. Im unteren Bereich des Lichtfelds ist ein Schatten des Walkers zu sehen.

Während der Betrachter auf den Walker zugeht und in der Nähe oder darin stehen bleibt, nimmt er wahr, dass der Schatten des Walkers im Bild nicht lebendig ist. Mit anderen Worten, selbst wenn der Betrachter das Bild von einem Punkt innerhalb des Walkers betrachtet, sieht er immer noch den Schatten eines leeren Walkers. Es scheint wie ein Spiegel, in dem der Betrachter nicht existiert. Das farbige Lichtfeld verändert sich kontinuierlich, langsam von einer Farbe zur nächsten wechselnd, den gesamten Raum und den Betrachter in jedem Augenblick mit einer einzelnen Farbe beleuchtend.

Auf dem kleinen Videomonitor am anderen Ende des Raums ist ein unbewegtes Bild des „Wizard of Oz“, produziert 1939, zu sehen. Das Bild stammt aus der Szene kurz nachdem Dorothy den Scarecrow trifft, der Schwierigkeiten hat zu stehen, weil seine Knie aus Stroh bestehen. Geht der Betrachter nahe an das kleine Bild heran, sieht er einen einzelnen schwarzen Bildpunkt, das sich gemächlich von links nach rechts bewegt, dann entlang einer Linie nach unten gleitet und langsam das Bild absucht. Es wird schnell klar, dass der bewegliche schwarze Punkt den Ort der Farbe lokalisiert, die gerade auf dem Rückprojektions-Bildschirm hinter dem Betrachter zu sehen ist.

Während sich der Bildpunkt über die gelbe Ziegelstraße bewegt, füllt sich der Raum mit gelbem Licht und taucht den Besucher in die selbe Farbe, in die der schwarze Punkt auf dem Bild getaucht ist. Der Betrachter hat das Gefühl, sich selbst als Punkt im Bild zu befinden und in einer zweidimensionalen Welt festzuhängen, ohne dahinter sehen zu können.

Jochen Gerz

KUNDE: ZECHE ZOLLERN
2000

Jochen Gerz plante für die Dauer von „vision.ruhr“ auf dem Gelände der ehemaligen Zeche Zollern II/IV die Einrichtung eines digitalen Fotostudios und einer Rahmenwerkstatt.

Das Fotostudio bietet jedem Besucher die Möglichkeit, eine digitale Fotografie unentgeltlich durch einen professionellen Fotografen und nach Maßgabe des Künstlers Gerz von sich anfertigen zu lassen, die anschließend in der Rahmenwerkstatt gerahmt wird. Auf dieser Weise wurden ca. 5.600 Porträts von Besuchern der Ausstellung vision.ruhr in einer Größe von je ca. 50 x 60 cm produziert. Auf der Rückseite eines jeden Fotos werden exakte Angaben wie etwa Entstehungsdatum und laufende Nummer des Porträts vermerkt sowie ein Zertifikat zum Entstehungskontext angebracht. Gleichzeitig wurd ein zweites identisches Portrait gedruckt und ebenfalls gerahmt. Ein Exemplar wurde an einen Besucher verschenkt, das Zweite wandert noch am selben Abend in das örtliche Museum am Ostwall und wurde dort am daruf folgenden Tag aufgehängt. Der Besucher erhielt jedoch als Geschenk nicht sein eigenes Porträt, sondern das Foto einer anderen Person, das nach einem Zufallsprinzip ausgewählt wird. Das Abbild einer fremden Person wird somit im privatem Raum des Beschenkten zum Symbol der sozialen Interaktion des uneigennützigen Gebens. Gleichzeitig entstand im Museum am Ostwall eine der größten Portraitreihe der Kunstgeschichte.

Masaki Fujihata, Vertical Mapping

KUNDE: Stadt Dortmund
2000

Masaki Fujihatas interaktive und vernetzte Installation VERTICAL MAPPING orientiert sich an der Kommunikation zwischen den Bergarbeitern über Tage und unter Tage.

Die Installation besteht aus fünf Förderstühlen, von denen aus eine dreidimensionale computeranimierte Landschaft unter Tage erforscht werden kann, in der man auf andere Besucher trifft und mit ihnen kommunizieren kann. Zwei dieser Stühle sind die originalen Förderstühle der Zeche Zollern II/IV, zwei stilisierte Nachbauten befinden sich im Werkstattgebäude der Zeche und ein weiterer auf der Empore der Waschkaue. Die unterschiedlichen Orte, an denen die Förderstühle positioniert sind, werden durch die Technik des »Shared Virtual Environment« miteinander verbunden. VERTICAL MAPPING ist ein virtuelles Stollensystem, das so manche Überraschung bereithält und die Besucher zur Kommunikation untereinander einlädt.

Das Interface zur Steuerung ist der Förderstand bzw. sein Nachbau. Der rechte Hebel wird dabei für die Bewegungen entlang der X-Achse (links und rechts) und der linke Hebel entlang der Y-Achse (hoch und runter) benutzt. Neben dem Stuhl befindet sich ein Telefon, mit dem man mit den Akteuren der anderen Förderstände kommunizieren kann.

VERTICAL MAPPING benutzt eine erweiterte Version der Software für »Global Interior Project«, 1996, und »Nuzzle´Afar«, 1998, entwickelt von Takeshi Kawashima.

Perry Hobermann, Workaholic

KUNDE: Stadt Dortmund
2000

Ein Kabelbündel hängt gleich einem gigantischem Pendel von der Decke herab. Am unteren Ende des Kabels, nur wenige Zentimeter über dem Boden, ist ein omnidirektionaler Strichcode-Scanner angebracht, der sein intensives rotes Laserlicht auf den Boden strahlt. Ein ca. 6 qm großer laminierter Druck, auf dem sich hunderte von Strichcodes und andere kontrastreiche schwarz/weiß Bilder befinden, bedeckt den Boden unterhalb des Scanners. An den Kabeln jedoch, einige Meter über dem Boden, ist noch ein kleiner Videoprojektor angebracht, der ebenfalls nach unten abstrahlt.

Indem der Scanner hin und her schwingt, liest er die verschiedenen Strichcodes nach dem Zufallsprinzip. Der Projektor wirft ein etwa 3 qm großes Bild, das mit dem Scanner in seinem Zentrum ebenfalls hin und her schwingt, auf den Boden. Die Strichcodes werden an einen Computer weitergeleitet, der den Videoprojektor steuert und kontinuierlich die Bilder und Animationen wechselt. Die Bilder werden von den Strichcodes bestimmt, deren Erscheinen abhängig von der Richtung des schwingenden Scanner-Pendels ist.

Eine Absperrung im Durchmesser des Ausschlags des Pendels umgibt das Kabelbündel. Daran montiert befinden sich 8 sehr starke Haartrockner, die als eine Art Interface fungieren. Die Besucher können mit den Fönen auf das Pendel zielen, um mit dem Windstoß seinen Kurs zu beeinflussen. Mehrere Besucher können sich zusammenschließen und gemeinsam versuchen, das Pendel in bestimmte Richtungen zu bringen oder es auf Kreisbahnen zu lenken, die »spektakulärere« Bilder hervorbringen.

Die Arbeit und ihr nur schwer zu handhabendes Interface evozieren Assoziationen an einen völlig außer Kontrolle geratenen Konsum, bei dem eine Flut von Waren und Transaktionen ununterscheidbar ineinander übergeht.

Sommerer & Mignonneau, Industrial Evolution

KUNDE: Stadt Dortmund
2000

In der Installation INDUSTRIAL EVOLUTION können Besucher mit historischen Fotographien aus der Zeit der industriellen Revolution interagieren. Bilder von Fabriken, Minen, Montagebändern, Produktionsstätten und deren angeschlossenen Verwaltungsgebäuden vermitteln eine Faszination für die technischen Errungenschaften dieser Zeit, wie sie auch während der gegenwärtigen digitalen Revolution zu verspüren ist.

Die ausgewählten Bilder stammen teils von der Zeche Zollern II/IV in Dortmund, teils von Fabriken und Produktionsstätten aus aller Welt. Viele der in der Installation begehbaren Bilder sind Stereofotografien aus der Mitte des 19. Jahrhunderts. Sie wurden durch ein so genanntes Stereoskop betrachtet, das ein dreidimensionales Betrachten ermöglichte.

Basierend auf der Idee, diese historischen Bilder aus der Zeit der industriellen Revolution mit der digitalen Technologie unserer Zeit zu kombinieren und für den Besucher erfahrbar werden zu lassen, schufen Sommerer und Mignonneau dieses interaktive und immersive, das heißt den Betrachter integrierende, virtuelle Environment.

INDUSTRIAL EVOLUTION erlaubt dem Betrachter sich in die historischen Bilder hineinzubegeben und mit diesen zu interagieren. Betritt der Besucher die Installation, sieht er sich selbst auf der Projektionsleinwand in eines dieser Bilder
hineinversetzt. Bewegt er sich innerhalb des realen Raums des Environments, kann er gleichzeitig den virtuellen dreidimensionalen Raum der historischen Fotografie erfahren.

Peter Kogler

KUNDE: Stadt Dortmund
2000

Peter Kogler gestaltet für die rechte Hälfte der großen Maschinenhalle zwei großformatige bedruckte Vorhänge, die die seitlichen Fensterflächen bedecken. Koglers Arbeiten, die erst durch ihre großen Formate ihre Wirkung entfalten, basieren auf immer wiederkehrenden Reihungen von graphischen Motiven.

Kogler wird eine neue Arbeit speziell für die Maschinenhalle entwerfen, die sich auf die Werkzeuge der Kohleförderung bezieht. Die Arbeit hat somit neben der künstlerischen Aussage die Funktion, den gesamten rechten Teil der Halle zu verdunkeln.

Studio Azzurro – Dove va tutta questa Gente

KUNDE: Stadt Dortmund
2000

Die Installation, deren Titel übersetzt »Wohin gehen all diese Leute?« lautet, besteht aus drei automatischen Glasschiebetüren, die hintereinander im Abstand von vier Metern aufgebaut werden. Die Glasflächen der Türen und der Boden zwischen den Türen dienen als Projektionsflächen.

Nähert man sich der ersten Tür, wird ein Infrarotsender aktiviert, der die ersten beiden Bildebenen auf dem Boden und auf der Tür verändert. Die Tür öffnet sich automatisch, und beim Weitergehen werden die nächsten Bildebenen beeinflusst.

Die Videobilder zeigen viele, sich langsam bewegende menschliche Körper. Nähert sich ein Besucher einer Tür, bewegen sich die Körper und versuchen mit aller Kraft, Räume zu öffnen und Türen und Hindernisse zu überwinden, um von einem Raum in den nächsten vorzudringen.

Toshio Iwai

KUNDE: Kunst- und Ausstellungshalle der Bundesrepublik Deutschland
APRIL bis JUNI 1999

COMPOSITION ON THE TABLE ist eine interaktive Installation, die mehreren Besuchern gleichzeitig erlaubt, musikalische Kompositionen in Echtzeit zu entwickeln. Zugleich präsentiert Iwai eine neuartige Visualisierung von komplexen musikalischen Zusammenhängen anhand von einfachen Zeichen.

Die Tischkonstruktion, die auf einer von Iwai entwickelten Computersoftware basiert, stellt ein einfaches Interface dar. Es besteht aus einem Raster von 36 Druckschaltern, die mit einem Datenprojektor kombiniert sind. Der Projektor befindet sich in der Decke oberhalb des Tisches. Die Projektionstechnik zeigt einfache grafische Symbole, die sich auf die Drucktasten im Tisch beziehen und die Auswahl verschiedener „Instrumente“ ermöglichen. Durch kombiniertes Drücken der Schalter können in verschiedensten Varianten loopartig angelegte Musikkompositionen gestartet und verändert werden, die sich durch die Projektion auf den Tisch wieder grafisch verfolgen lassen.

Diese neuartige Kombination von Grafik, elektronischer Musik und einfachem Interface bietet unendliche Möglichkeiten der musikalischen Gestaltung. Toshio Iwai präsentiert zwei neue Tischkonstruktionen mit einem Durchmesser von 120 cm. Sie sind Bestandteil einer Reihe von interaktiven Tischinstallationen, die er seit 1998 kreiert hat.

Jean-Louis Boissier, Seconde Promenade

KUNDE: Kunst- und Ausstellungshalle der Bundesrepublik Deutschland
DECEMBER 1998

Boissiers Installation SECONDE PROMENADE, vom 3.12.1998 bis zum 7.2.1999 in der Kunst- und Ausstellungshalle der Bundesrepublik Deutschland ausgestellt, verbindet verschiedene Medien miteinander: Bilder, Töne, Musik, Videos und einen Text auf Computerbasis. Dieser Hypertext steht in enger Beziehung zu Rousseaus Originalwerk „Seconde Promenade“.

Mittels einfacher Interaktion mit dem Kunstwerk kann der Besucher Rousseaus Texte in den verschiedensten Varianten lesen. Die Installation bezieht sich dabei ebenso auf das komplette literarische wie auch auf das philosophische Werk Rousseaus und beschreibt die hierüber gewonnenen Forschungsergebnisse. Das Medienkunstwerk ist einerseits essayistisch, andererseits beschreibt Boissier autobiographische Aspekte der Arbeit und des Lebens von Rousseau.

„Seconde Promenade“ ist zentraler Bestandteil eines Textes von Jean-Jacques Rousseau (1670-1712): „Rêveries du promeneur solitaire“ (hg. 1782; dt. „Selbstgespräche auf einsamen Spaziergängen“). Dieser Text bildet das Gegenstück zu den Geschichten über die Blumen der Insel von Saint Pierre, die als Grundlagen zu der früheren Installation von Boissiers „Flora Petrinsularis“ dienten. Die Erzählungen schildern den Moment, in dem Rousseau den Beschluss fasst, nie wieder zu schreiben, um gleichzeitig die Arbeit an „Confessions“ in Angriff zu nehmen.

„Seconde Promenade“ steht für den Moment der zweiten Geburt: Rousseau verbrachte einen Nachmittag mit einem Spaziergang, er sammelte Pflanzen in herbstlicher Landschaft in den Hügeln von Ménilmontan. Ganz in sich versunken, erinnerte er sich an wundervolle Momente in seinem Leben. Plötzlich wurde er von einem Hund angefallen, verlor das Bewusstsein und kam erst nach und nach wieder zu Besinnung. In seinem Werk „Selbstgespräche auf einsamen Spaziergängen“ beschreibt er dieses Erlebnis.

Die ästhetische Kraft und die konzeptionelle Qualität von SECONDE PROMENADE bestehen darin, speziell auf der interaktiven Ebene eine neue Sprache für die audiovisuellen Medien zu finden, die sowohl der literarischen als auch der kinematographischen Tradition folgt.

Studio Azzurro – Un Passo di Cristallo

KUNDE: Swarovski
April 1998

Die interaktive Installation UN PASSO DI CRISTALLO wurde für Swarovskis Kristallwelten in Wattens, Österreich, entwickelt.

Ein lang gezogener Korridor wird von einem weißen, reflektierenden Linoleumboden erhellt, auf den Videos projiziert werden. Bei Annäherung an die Installation nimmt der Besucher zunächst ein nicht differenzierbares Muster von Kristallen wahr. In geringer Lautstärke ist eine symphonische Ouvertüre zu hören.

Der erste Schritt auf die Projektionsfläche löst eine unvorhergesehene Reaktion aus: Der Boden unter den Füßen bewegt sich und scheint sich nach unten zu öffnen – jeweils in dem Bereich, der betreten wird. Die Kristalle, die nur locker im Boden miteinander verbunden zu sein scheinen, werden durch das Gewicht der Besucher weggerissen, zersplittern in ihre Einzelteile und verschwinden in der endlosen Tiefe des Bodens. Darunter erscheinen Videosequenzen mit den Naturelementen Feuer, Wasser, Erde, Luft, die in verschiedensten Varianten gezeigt werden.

Hinter dem Betrachter fällt die Bildebene wieder in die Ruheposition zurück. Das taktile Erlebnis assoziiert einen Gang unter Tage über ein Kristallfeld. Die durch die Interaktion hervortretenden Bilder vermitteln einen Eindruck vom Geheimnisvollen, Hintergründigen und Verborgenen der Kristalle.

PARTNER: Andre Heller

Brian Eno

KUNDE: Kunst- und Ausstellungshalle der Bundesrepublik Deutschland
1998

Brian Eno schafft visuelle und akustische Environments, die sich stetig und unregelmäßig verändern – langsam, subtil, vereinnahmend und verzaubernd. Hierzu inszeniert er einzelne Leuchtobjekte zu einem Ensemble, das sich durch die sich verändernden Videozuspielungen und Diaprojektionen ständig neu kombiniert. Die von Brian Eno im völlig abgedunkelten Raum platzierten Objekte bestehen zumeist aus einer halbtransparenten, mit Pergamentpapier überzogenen Skulptur und einem darin verborgenen Videomonitor oder Projektor.

Wie mit seiner Musik will er mit seinen Environments eher Atmosphären als für sich stehende Kunstwerke schaffen. Es sind Orte, an denen man sich gerne aufhält, die den Besucher in sich aufnehmen und ihn in eine neue, ruhige Welt entführen.

Die Ausstellung wurde durch ein großes Fest auf dem Museumsvorplatz gekrönt. Mit dem Titel „Sushi! Roti! Reibekuchen!“ wurde eine Food-Music-Performance mit tausend Gästen gefeiert, in der Brian Eno zum ersten Mal seit 15 Jahren wieder live auf der Bühne stand und zusammen mit anderen Musikern, wie dem Gastmusiker Holger Czukay, so lange improvisierte, bis die Polizei den Strom abstellte.

Francisco Ruiz de Infante

KUNDE: Kunst- und Ausstellungshalle der Bundesrepublik Deutschland
1998

Im Ausstellungsraum sind zehn zu drei Gruppen geordnete Tische zu sehen, um die herum in augenscheinlicher Unordnung 14 Stühle stehen. Innerhalb dieser Gruppen sind die Tische durch große Milchglasplatten miteinander verbunden, unter denen jeweils ein Monitor installiert ist, dessen Bildschirm nach oben weist.

Auf zwei gegenüberliegende Wände des Raumes werden zwei wandhohe Bilder projiziert, auf denen in rascher Bildfolge Großaufnahmen von verschiedenen Tieren zu sehen sind. Durch leichte digitale Manipulation der Bildgeschwindigkeit und einzelner Details bewegen die Tiere ihre Körper und Mäuler gleichzeitig und stoßen eine Reihe von seltsamen Lauten aus, die vermuten lassen, dass diese Tiere sprechen. Dieses Geräuschensemble wird durch eine weitere, komplexe Klangzuspielung von Übersetzungsversuchen ergänzt.

Von der Decke hängen 14 II Lind Kopfhörer herab die die Installation vervollständigen. Wenn man auf einem der Stühle Platz nimmt und einen der Kopfhörer aufsetzt, kann man die Simultanübersetzung aller Geräusche hören und wird somit zum Zeugen der merkwürdigen „animalischen Konversation“. Das Besondere dieser Kopfhörer ist, dass vier von ihnen die Übersetzung des Textes ins Spanische übertragen, drei ins Englische, drei ins Französische und drei ins Deutsche. Die Übersetzung wirkt jedoch merkwürdig abgehackt und besteht aus monoton aneinander gereihten Sätzen. So können die Besucher sich zwar für eine verständliche Sprache entscheiden, werden jedoch nur eine neue Geräuschserie hören; in diesem Falle eine menschliche. Diese Artikulationen machen, genau wie die ausdrucksstarken Tiergeräusche, nicht mehr Sinn, als die eigene Vorstellungskraft zu entschlüsseln vermag.

Studio Azurro – Gorgo Meteorit

KUNDE: RWE Essen
1998

Die interaktive Installation IL GORGO bezieht sich auf die zwei zentralen Themenbereiche Wasser und Energie. Die Installation wurde für André Hellers Projekt „Meteorit“ in Essen konzipiert und fügt sich in eine fantastische unterirdische Architektur, in der der Betrachter von einer Brücke in eine Schlucht sieht.

Im Ruhezustand befindet sich in der Schlucht die Projektion einer sich leicht bewegenden Wasseroberfläche. Durch ihre Stimme können die Besucher verschiedene Interaktionen auslösen: Von der Stimme aktiviert schießen aus dem Wasser verschiedene Figuren und bewegen sich langsam auf den Betrachter nach oben zu. Bevor das Bild allerdings den Betrachter erreicht, verschwindet es in der Nähe der Brücke, da dort die Helligkeit immer mehr zunimmt. In einer zweiten Möglichkeit transformiert der Ton der Stimme die Wasseroberfläche in einen Wasserstrudel, der ebenso plötzlich wieder verschwindet und die Wasseroberfläche ruhig wie zuvor zurücklässt. Beide Möglichkeiten verwandeln die vom Besucher abgegebene Energie (Stimme) in Bewegungsenergie und lassen sie so zu ihm zurückkehren.

George Legrady

KUNDE: Kunst- und Ausstellungshalle der Bundesrepublik Deutschland
DEZEMBER 1997 bis FEBRUAR 1998

TRACING ist eine Installation, die das Verhältnis zwischen Provinz und scheinbarem kulturellem Zentrum untersucht. Der Ausstellungsraum ist in der Mitte durch eine ca. 4m breite Mauer getrennt, auf der von jeder Seite eine Videoprojektion zu sehen ist.

George Legrady bezeichnet die beiden Raumteile als „zwei Seiten einer Medaille“, als Kopf oder Zahl, als eine Entscheidung, die zu treffen ist. Das verbindende Element dieser Metapher ist ein Brief, in dem sich ein Mann aus Osteuropa darüber beklagt, dass der Freund aus dem Westen nicht mehr antwortet und scheinbar kein Interesse mehr an der Freundschaft hat. Dieser Brief scheint durch die Mauer hin und her zu fließen und zeigt sich auf der einen Seite in zusammenhängenden Versatzstücken und auf der anderen Seite lediglich, wenn man einzelne Passagen bewusst mit der Maus anklickt.

Im vorderen Teil des Raums werden die Bewegungen der Besucher durch Sensoren erfasst, wodurch über eine Computersteuerung Fragmente aus dem linearen Text herausgegriffen werden. Diesen Textpassagen sind jeweils spezifische Videosequenzen zugeordnet, die auf die rückwärtige Mauerseite projiziert werden. Hier konfrontiert uns Legrady mit atmosphärischen Bildern aus Osteuropa, mit Ansichten von Plätzen, Hauseingängen und Innenräumen, sowie mit privaten Eindrücken.

Im hinteren Teil des Raumes können Sie zudem mit Hilfe einer Computermaus einzelne Passagen des Briefes einlesen, wodurch die Videosequenzen aktiviert werden. Die Auswahl der Videobilder und der Textteile ist also eine komplexe Interaktion zwischen den Bewegungen im vorderen Raum und einer bewussten Auswahl der Textpassagen mit Hilfe der Computermaus.